Linz, Bim

In der Straßenbahn tanzte ein junger Mann, kaute rhythmisch an seiner Jause. Er aß beim Tanzen, als sei Letzteres sein Beruf, als beherrsche er das Multitasking. Ich dagegen saß nur so da, mein Körper repräsentierte mein Leben. Ich hatte gerade meine digitale Existenz verloren, aber ich schaute dennoch fröhlich in den heimatlichen Abschnitt des Alls, denn da tanzte dieser junge Mann vor sich hin, und ich sah jetzt, warum mein Blick an ihm picken blieb: Der Junge hatte keine Ohrhörer dran! Die Musik vom Lieblingslabel hatte sich so oft durch seine Neuronen gebohrt, dass er sie noch hörte, auch wenn er sie schon nicht mehr hörte. Und wenn ich es mir recht überlege, bin ich auch immer noch dort, an jenem verlorenen digitalen Ort. Ja, selbst wenn ich mir nie mehr einen Account leisten kann – mein Profil wird in Ewigkeit blinken für dich, Ich bin für dich da, I am your twinkling star, schallalalalaaa.

 

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