Biografie

Heute Morgen behauptete die Freundin,  die Erzählerin der Geschichte mit den negativen Emotionen, die als Währung dienen, zu sein. Ja, es sei so, dass sie mein Leben lange vor mir erfunden habe, dass sie es gewesen sei, die es veröffentlicht habe, dass es mich sonst gar nie gegeben hätte. Durch den unerwarteten Ausfall ließ ich mich dann leider dazu verführen, darauf hinzuweisen, dass die Geschichte, die sie da gerade erzählte, doch schon lange geschrieben worden sei. Bitteschön, ich sei doch die Autorin, das wisse sie, da sie mich veröffentlicht habe, die Sache sei in Wirklichkeit daher hoffnungslos aus der Mode. Zu spät erkannte ich, dass ich mit meiner Reaktion tatsächlich wieder etwas von der früheren Währung erzeugte, die hier ja gar nicht mehr im Umlauf ist. Ich werde jetzt geschnitten. Und meine Überlegungen gehen nun dahin, mich als Erzählerin selbst frühzeitig aus meiner eigenen Biografie herauszuschneiden. Ich bin als Autorin dieser Geschichte eine Provokation, die nicht zu vertreten ist beziehungsweise die – umgekehrt – unbedingt sofort von jemand anderem vertreten werden sollte, wie auch immer.